1. Juli 2026. Tag 1 der Selbstständigkeit von Sarah, Tag 1 von UNCODABLE.
Morgens ein neues Lebensgefühl. Mittags ein Foto-Shooting für den ersten Kunden. Abends ein unerwarteter Anruf: Manuel ist im Matsch ausgerutscht, liegt nun drin und kommt nicht mehr hoch.
Auto gestartet, Mann und Hund eingesammelt, und nach Hause gebracht. Am nächsten Morgen dann die Ernüchterung im Krankenhaus: Knochen durch, über eine Woche stationär. Man wünscht sich zur Gründung ja gern „Hals- und Beinbruch“ – Manuel hat den Teil mit dem Bein einfach ein bisschen zu wörtlich genommen.
So ging es los. Etwas chaotisch, etwas ungemütlich, aber wir waren am Start.
Juli und August: Erster Kunde und das erste harte Brett.
Wir haben gearbeitet, gemacht, getan – und das vielleicht wichtigste Learning der letzten Monate kassiert: Wir haben zu oft Ja gesagt. Wir haben uns verbogen, sind Erwartungen hinterhergerannt und haben am Ende unser eigenes Potenzial ausgebremst. Alles mit den allerbesten Absichten. Aber die bringen herzlich wenig, wenn man dabei den eigenen Kompass verliert. Also hatten wir erst einmal einiges zu überdenken.
September: Leerlauf und Tabula Rasa.
Keine Aufträge, kein voller Kalender. Vor allem aber: keine Ausreden mehr. Wir haben uns den Monat genommen, um uns schonungslos zu hinterfragen. Braucht die Welt da draußen wirklich die 999.999ste Agentur, die dieselben Ratgeber-Tipps wiederkäut, Leistungspakete schnürt und so tut, als hätte sie die Weisheit mit Löffeln gefressen – gerade jetzt, wo KI ohnehin alles im Sekundentakt raushaut?
Nein. Braucht sie nicht.
Also haben wir die Website komplett eingestampft und von null neu gebaut. Keine Preislisten, kein 08/15, sondern ein ehrlicher Einblick darin, wie wir ticken. Genau wie auf Social Media: Keine altklugen Karussell-Posts darüber, wie man es richtig macht, sondern Bilder aus unseren alten Fotoalben und Texte, die zeigen, wie wir auf die Welt schauen.
Und heute sind es genau drei Monate UNCODABLE.
Das Fazit nach 90 Tagen:
Wir sind gestolpert, haben Lehrgeld bezahlt und unnötigen Ballast über Bord geworfen. Aber wir wissen jetzt mehr denn je, wer wir sind.
Denn anders ist am Ende immer noch besser als besser.